Gastro know me

Gastronomie war ja ursprünglich die Koch- und Tafelkunst oder auch die Feinschmecker. Die Feinschmeckerei ist also eine Kunst. Kunst hat immer auch eine ästhetische Komponente, die sehr dem Zeitgeschmack unterworfen ist. Das erledigen für uns heute Restaurant-Tester, Eigenlober und Allzeitnörgler.

Dabei ist es doch ganz einfach: Gut ist ein gesundes Essen, das dazu auch möglichst gut schmeckt und in einer Umgebung eingenommen wird, die den Verzehr nicht zur Arbeit macht. Das Auge isst mit.

Du findest keine Location, in der mikronesische Leckerbissen kredenzt werden? Lass dich einfach überraschen! Ranziges Bratenfett, scharf gewürztes Gammelfleisch, extra graugefärbtes Eisbein - der Geschmack ist so vielfältig nachhaltig wie unsere Tischsitten.
Viele glauben noch, der Italiener isst Spagetti mit Löffel und Gabel. Aber das lässt er uns einfach aus Höflichkeit glauben.

 

Tischsitten

Die gab es schon bevor es Tische gab. Was dem einen die Etikette ist dem anderen die Zweckmäßigkeit. Einfach genial ist es, die Zweckmäßigkeit als aktuelle Etikette erscheinen zu lassen.

Glaubt jemand im Ernst, August der Starke würde heute seine gebratenen Fasane mit Messer und Gabel essen, nur weil es in der aktuellsten Ratgeberliteratur so ve rordnet wird? Das Tranchieren eines zum Verspeisen vorbereiteten Tieres bei Tisch kam bereits im 17. Jh. aus der Mode. So muss man nicht mehr tierlieb fühlen sondern zeigt Gefühle. Ist gutes Benehmen bei Tische stets nur Täuschungsmanöver? Wie wird man darin ein Meister?